Am Ende zockt die Geisel alle ab

TSV Aschbach: Theatergruppe sorgt mit den Aufführungen des Stücks „Zwischen Gipfel und Casino“ für viel Lachen in der jeweils ausverkauften Mehrzweckhalle.

Aschbach. Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte – diesem Motto folgte auch das Theaterstück „Zwischen Gipfel und Casino“ der Theatergruppe des TSV Aschbach in der voll besetzten Mehrzweckhalle. In diesem Fall waren es nicht nur zwei, die sich um die Millionen eines Geldraubes stritten, sondern gleich eine ganze Reihe von aktiv Beteiligten oder auch eine ganze Reihe von Unbeteiligten, die leider zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Am Ende entpuppte sich das Mauerblümchen Gisela von Horazius-Pallavaleitis (Stephanie Schmitt) als die abgezockte Geisel. die sich mit dem Geld aus dem Staub machte, während alle anderen in die Hände von Kriminalkommissarin Ilka Heitmann (Patricia Knapp) fielen.

Doch der Reihe nach. Während sich das Brautpaar Elvis Kaputschke (Peter Jäger) und Wendy (Lena Blust) auf ein lauschiges Wochenende in einer Wellness-Alpenhütte (angelehnt an die Kristallhütte in Österreich) freut, bekommen sie viel unangenehmen Besuch. Das Räuberduo Danuta (StefanieRohr) und Ruddel (Eileen Kumpf) findet nach einem Überfall auf ein Casino ebenso hier Zuflucht wie die Geisel Gisela sowie Layla (Kirsten Bihn), eine Dame aus dem Rotlicht-Milieu, die der Bräutigam „aus Versehen“ mit auf die Hütte nimmt.

Lustige Komplikationen

Dies alles führt gerade im ersten Akt zu allerlei Komplikationen und Verwirrungen mit Rollenwechseln. Hierbei wird das Räuberduo plötzlich zu Pfarrer und Küster und die Dame aus dem Milieu zur Putzfrau. Das Ganze geschieht mit viel Wortwitz und tollen Kostümen, was von den Zuschauern mit viel Gelächter und Applaus quittiert wurde.

Ganz im Hintergrund entwickelt die Geisel Gisela dabei ein Eigenleben. Auch auf Grund von viel Alkoholkonsum mutiert sie vom weinenden Mauerblümchen zu einer resoluten Persönlichkeit mit herzhaften Sprüchen. Kurz vor der Pause taucht dann auch noch Toni Cannelloni (David Heiligenthal) auf, auf dessen Casino der Überfall verübt wurde – und er macht das Chaos perfekt.

Im zweiten Teil dieses unterhaltsamen Theaterstücks sind alle Beteiligten mehr oder weniger hinter dem Geld her und beklauen sich auch gegenseitig. Das Auftauchen der Kommissarin sorgt für helle Aufregung und noch mehr Verwirrung wie auch der Speiseröhrenkrampf und vermeintliche Tod von Toni Cannelloni. Zum Schluss macht sich Gisela mit der Kohle aus dem Staub und Kommissarin Heitmann hat gleich eine Handvoll Täter vor der Pistole.

Mit diesem Theaterstück hat die Theatergruppe des TSV Aschbach erneut ihr Können unter Beweis gestellt. Regisseurin Sabrina Fischer war im Gespräch mit unserer Redaktion mächtig stolz auf ihre Truppe: „Wir hatten im Jahr 2019 unseren letzten Auftritt und konnten 2022 wieder mit derselben Besetzung an den Start gehen. Auch hat die gesamte Mannschaft die vergangenen drei Monate bei den Proben toll mitgezogen, obwohl ja auch noch nicht klar war, ob beziehungsweise in welchem Rahmen wir überhaupt spielen konnten.“

Die Aktiven hätten für die Proben etliche Abende und sogar ganze Wochenenden geopfert, um diesen Theaterabend auf die Beine zu stellen. Schließlich musste nicht nur für das Stück geprobt, sondern auch das gesamte Bühnenbild in Eigenregie gestaltet werden. „Ich bin stolz darauf, dass wir mit dieser Truppe die nun fast 40-jährige Tradition des Laientheaterspiels in Aschbach fortsetzen konnten. Wie in Aschbach üblich, werden wir die Eintrittsgelder auch in diesem Jahr wieder spenden“, kündigte sie an. Ein Teil davon soll demnach in Aschbach bleiben, davon soll ein transportabler Defibrillator für das Sportlerheim und die Mehrzweckhalle angeschafft werden. Der zweite Teil soll an die Flutopfer-Hilfe im Ahrtal gehen.

Die vielfältigen Bemühungen honorierten dann auch die Zuschauer, die Aufführungen konnten jeweils vor ausverkauftem Haus über die Bühne gehen. Das war ebenso ein Zeichen dafür, dass das Stück und die schauspielerische Leistung den Besuchern gefallen hat, wie der lang anhaltende Applaus, als am Ende der letzte Vorhang fiel beziehungsweise sich für die Vorstellung des Ensembles noch einmal öffnete.

Von Siegfried Röth

Quelle: Am Ende zockt die Geisel alle ab (wnoz)

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